Glaukom aktuell

Präsentationen der Informationsveranstaltung in Berlin zum Download

Die Veranstaltung für Patienten und Interessierte am 26. September in Berlin hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Die Teilnehmerzahl hat – wieder einmal – das große Interesse am Glaukom belegt; einer Erkrankung, die im öffentlichen Bewusstsein bei weitem nicht so verankert ist wie z.B. Krebs, Diabetes, Alzheimer. Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier die von Prof. Dr. Lutz Pillunat, Dr. Karin Pillunat und Dr. Ronald D. Gerste gehaltenen Vorträge zum Herunterladen.


Aktuell vom Kongress der Schweizer Ophthalmologischen Gesellschaft (SOG)

Glaukom: Churchills No Sports ! ist nicht ganz richtig – aber auch nicht ganz falsch

Soll man als Glaukompatient Sport  treiben ? Es kommt auf die Sportart und die Intensität, mit der diese betrieben wird an, betonte Dr. Stephan Estermann von der Augenpraxis Schauspielhaus in Zürich auf dem Kongress der SOG in Interlaken. Wenig zu sagen ist gegen eine gleichmäßige, moderate physische Aktivität wie Jogging oder Wandern oder Schwimmen, alles in Maßen betrieben. Anders ist es, wenn bestimmte Positionswechsel eingenommen werden. Veränderungen in Körper- und Kopfhaltung nämlich können den Intraokulardruck (IOD) beträchtlich beeinflussen, vor allem flache Lagerung und Kopf-nach-unten-Positionierungen können zu einem Druckanstieg führen. Solche Schwankungen sind buchstäblich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: IOD-Fluktuationen sind als ein unabhängiger Risikofaktor für die Glaukomprogression identifiziert worden.

Der Übergang von einer sitzenden zu einer liegenden Position kann kurzfristig zu IOD-Anstiegen um 3 bis 5 mm Hg führen, die Einnahme eines Kopfstandes gar eine Erhöhung um 16 bis 18 mm Hg. Damit wird deutlich, welche Freizeitbeschäftigung nicht so gut ist: Yoga und zwar jene Übungen, bei denen der Kopf nach Unten weist wie Sirsasana, der Handstand, und der nach unten zeigende Hund. Bei diesen Übungen hat sich in einer (passenderweise aus Indien stammenden) Studie der IOD bei Teilnehmern gegenüber dem Ausgangswert verdoppelt. Verantwortlich für den Druckanstieg dürfte eine Erhöhung des episkleralen Venendrucks und/oder eine Zunahme des Volumens der Aderhaut sein. Dieser Mechanismus liegt auch den IOD-Anstiegen beim Gewichtheben zugrunde – ebenfalls eine Sportart, auf die Glaukompatienten verzichten sollten. Für fast alle anderen gilt das Wort des New Yorker Glaukomspezialisten Robert Rich: Wenn es gut für Dein Herz ist, ist es gut für Glaukom. Wenn es gut für Dein Gehirn ist, ist es gut für Glaukom.