Glaukom aktuell

Kongress – und damit auch die Patientenveranstaltung – in Düsseldorf abgesagt

Mit Bedauern hören wir von der Entscheidung der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) den diesjährigen Kongress in Düsseldorf abzusagen – was somit auch für unsere am 24. März geplante Patientenveranstaltung Glaukom gilt. Wir hoffen, diese baldmöglich nachzuholen und bedauern die Unannehmlichkeiten für alle Teilnehmer und alle, die sich darauf gefreut haben !

Aus der Mitteilung der AAD:

“Das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf hat die Durchführung des AAD-Kongresses 2020 in Anbetracht der fortbestehenden Risikosituation bei der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus („Corona-Virus”) neu bewertet und den Kongress nun abgesagt. Dies steht in Einklang mit der Mitteilung von Herrn Ministerpräsident Armin Laschet und Herrn Minister Karl-Josef Laumann, der Empfehlung von Herrn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern nicht durchzuführen, im Land Nordrhein-Westfalen folgen zu wollen. Ebenso liegt diese Entscheidung auf einer Linie mit der gemeinsam von der Ärztekammer Nordrhein und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein vorgelegten Risikoeinschätzung und Empfehlung vom 05.03.2020, nach der Ärztinnen und Ärzte keine potentiellen Ausfälle riskieren und ihre Kräfte für die Versorgung bündeln sollten. Hinzu kommt, dass auch zahlreiche Referenten von sich aus die Teilnahme an dem Kongress bereits abgesagt hatten und dieser auch vor diesem Hintergrund nicht wie geplant hätte stattfinden können. Wir hätten Ihnen gerne einen gewohnt interessanten und professionellen Kongress geboten, aber leider ist uns dies nun unmöglich gemacht worden.”


Präsentationen der Informationsveranstaltung in Berlin zum Download

Die Veranstaltung für Patienten und Interessierte am 26. September in Berlin hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Die Teilnehmerzahl hat – wieder einmal – das große Interesse am Glaukom belegt; einer Erkrankung, die im öffentlichen Bewusstsein bei weitem nicht so verankert ist wie z.B. Krebs, Diabetes, Alzheimer. Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier die von Prof. Dr. Lutz Pillunat, Dr. Karin Pillunat und Dr. Ronald D. Gerste gehaltenen Vorträge zum Herunterladen.


Aktuell vom Kongress der Schweizer Ophthalmologischen Gesellschaft (SOG)

Glaukom: Churchills No Sports ! ist nicht ganz richtig – aber auch nicht ganz falsch

Soll man als Glaukompatient Sport  treiben ? Es kommt auf die Sportart und die Intensität, mit der diese betrieben wird an, betonte Dr. Stephan Estermann von der Augenpraxis Schauspielhaus in Zürich auf dem Kongress der SOG in Interlaken. Wenig zu sagen ist gegen eine gleichmäßige, moderate physische Aktivität wie Jogging oder Wandern oder Schwimmen, alles in Maßen betrieben. Anders ist es, wenn bestimmte Positionswechsel eingenommen werden. Veränderungen in Körper- und Kopfhaltung nämlich können den Intraokulardruck (IOD) beträchtlich beeinflussen, vor allem flache Lagerung und Kopf-nach-unten-Positionierungen können zu einem Druckanstieg führen. Solche Schwankungen sind buchstäblich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: IOD-Fluktuationen sind als ein unabhängiger Risikofaktor für die Glaukomprogression identifiziert worden.

Der Übergang von einer sitzenden zu einer liegenden Position kann kurzfristig zu IOD-Anstiegen um 3 bis 5 mm Hg führen, die Einnahme eines Kopfstandes gar eine Erhöhung um 16 bis 18 mm Hg. Damit wird deutlich, welche Freizeitbeschäftigung nicht so gut ist: Yoga und zwar jene Übungen, bei denen der Kopf nach Unten weist wie Sirsasana, der Handstand, und der nach unten zeigende Hund. Bei diesen Übungen hat sich in einer (passenderweise aus Indien stammenden) Studie der IOD bei Teilnehmern gegenüber dem Ausgangswert verdoppelt. Verantwortlich für den Druckanstieg dürfte eine Erhöhung des episkleralen Venendrucks und/oder eine Zunahme des Volumens der Aderhaut sein. Dieser Mechanismus liegt auch den IOD-Anstiegen beim Gewichtheben zugrunde – ebenfalls eine Sportart, auf die Glaukompatienten verzichten sollten. Für fast alle anderen gilt das Wort des New Yorker Glaukomspezialisten Robert Rich: Wenn es gut für Dein Herz ist, ist es gut für Glaukom. Wenn es gut für Dein Gehirn ist, ist es gut für Glaukom.