Glaukom aktuell

Patientenveranstaltung Glaukom AAD 2019

Der Initiativkreis Glaukom bietet während des großen augenärztlichen Kongresses in Düsseldorf (AAD 2019) wieder eine Veranstaltung für Patienten und interessierte Bürger an.
Das voraussichtliche Datum ist Dienstag, der 12. März 2019, von 10 bis 12 Uhr im Messe Congress Center Düsseldorf.

Vorläufiges Programm
Das Glaukom oder die Glaukome ? Und was bedeutet Flammer Syndrom?
Dr. Dr. Ronald D. Gerste, Washington

Medikamentöse Glaukomtherapie – was gibt es, was kommt in naher Zukunft?
Prof. Dr. Lutz E. Pillunat, Dresden

Wann sollte ein Glaukom operiert werden? Und wann besser nicht?
Prof. Dr. Franz Grehn, Würzburg

MIGS: Was gibt es aktuell an minimal invasiven Eingriffen?
Prof. Dr. Esther Hoffmann

Augendruckmessung daheim, selbst im Schlaf – geht das?
Dr. Dr.Ronald D. Gerste


Das Kopfkissen: Ein Faktor für den Augeninnendruck?

Die Kontrollen des Intraokulardrucks in der augenärztlichen Praxis stellen bekanntlich nur Momentaufnahmen dar. Wie sich der Augeninnendruck (Intraokulardruck, IOD) eines Glaukompatienten über 24 Stunden und 365 Tage verhält, bleibt oft unbekannt.

Dies gibt vor allem in Zusammenhang mit der Tatsache zu denken, dass einige scheinbar gut eingestellte Glaukompatienten dennoch eine Progression ihrer Gesichtsfeld- und Papillenbefunde aufweisen. Als einen möglichen Faktor im Krankheitsverlauf ist der Schlaf – immerhin ein knappes Drittel des Lebens – identifiziert worden. Der Augeninnendruck ist nach heutigem Kenntnisstand in der sitzenden Position (also beim Augenarzt an der Spaltlampe zur Tonometrie nach Goldmann) niedriger als liegend. Dass die von vielen Menschen nächtens eingenommene Seitenlagerung mit einer Gesichtsseite auf dem Kopfkissen zu einer dem üblichen Monitoring entgehenden Druckanstieg führt, deutet jetzt eine niederländische Arbeitsgruppe mit einer bemerkenswerten Studie an.

Die Ärzte aus Rotterdam konstruierten einen Sensor, der den epipalpebralen Druck (EPP) misst. Dies ist jener Druck, der von extern auf den Augapfel ausgeübt wird, zum Beispiel wenn der Kopf in ein Kopfkissen regelrecht “eingegraben” wird – was für viele die bevorzugte nächtliche Position ist. Dieser Druck wurde an der Spaltlampe von extern mit einem speziellen Spatel künstlich erhöht, dokumentiert und gleichtzeitig der IOD gemessen, wobei sich eine Korrelation und eine valide Möglichkeit, aus dem einen Messwert den anderen hochzurechnen, ergab. Darauf wurde bei 11 gesunden Probanden und bei 11 Patienten mit chronischem Offenwinkelglaukom die Schlafposition head in the pillow eingenommen und der EPP mit dem am Unterlid befestigten Sensor gemessen. Hieraus wurde eine mittlere Druckerhöhung bei Einnahme dieser Position um 19,6 mm Hg bei den gesunden Probanden und um 28,0 mm Hg bei Glaukompatienten errechnet.  Die Autoren sind sich bewusst, dass es sich nicht um eine direkte IOD-Messung handelt und dass dies eine Limitierung der Studie ist – allerdings liegen die Ergebnisse im Trend von in der Literatur beschriebenen Messungen des Augeninnendrucks in Seitenlage.

Ein bekanntes klinisches Faktum spricht für die Relevanz der Resultate: vor 5 Jahren wurde erstmals beschrieben, dass bei Glaukompatienten, die bevorzugt auf einer Körperseite schlafen, das Auge auf dieser Seite meist den ausgedehnteren Gesichtsfeldverlust aufweist.

Van Meurs IA et al. (2018): Is a pillow a risk factor for glaucoma? Acta Ophthalmol 96:795-799.

Zu Hause rund um die Uhr den Augendruck messen – und nicht nur bei drei bis vier Arztbesuchen pro Jahr

In einem Interview beschreibt Prof. Dr. Burkhard Dick, Direktor der Universitätsaugenklinik, die vielversprechende und den Patienten nicht belastende Technologie. Das Gespräch erscheint in der aktuellen Ausgabe (November) der “Zeitschrift für Praktische Augenheilkunde” und kann hier herunter geladen werden:

Interview Professor Dick ZPA 11 2018


Die Präsentationen der Patientenveranstaltung in Bonn vom 27. September

hier als Download: