Glaukom aktuell

So häufig ist Glaukom in Deutschland

Im Rahmen einer großen epidemiologischen Studie, der Gutenberg Eye Study, erforscht die Universitätsaugenklinik Mainz unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Pfeiffer die Prävalenz (=Häufigkeit) der wichtigsten Augenerkrankungen in Deutschland, basierend auf den Ergebnissen der Untersuchungen von mehr als 15.000 Studienteilnehmern zwischen 35 und 74 Jahren im Rhein-Main-Gebiet. Aus der Analyse der Daten der ersten 5.000 Personen, die für die Studienpopulation repräsentativ sind, wurde eine Glaukomprävalenz von 1,44% in dem durch diese Altersangaben definierten Bevölkerungssegment errechnet. Die Glaukompatienten in dem analysierten Kollektiv waren mehrheitlich weiblich (60,5%) und hatten häufiger als die übrigen Studienteilnehmer Bluthochdruck (59,3% gegenpber 45,2%) und Herzkreislauferkrankungen (12,5% vs. 8,2%). Bestätigt wurde die Zunahme des Glaukomrisikos mit höherem Alter: in der jüngeren Subgruppe (35-44 Jahre) hatten 0,9% Glaukom, in der ältesten Gruppe (65-74 Jahre) waren es 2,4%. Rund 90% der Glaukome wurden als primäre Offenwinkelglaukome klassifiziert. Insgesamt liegen die Daten auf einer Linie mit anderen europäischen Studien zur Glaukomhäufigkeit; allenfalls war in der Mainzer Studiengruppe die Erkrankung bei den jüngeren Teilnehmern etwas häufiger als in vergleichbaren Untersuchungen in anderen Ländern.

Höhn R et al.: Prevalence of glaucoma in Germany: results from the Gutenberg Health Study.Graefe’s Archive for Clinical and Experimental Ophthalmology, online publiziert am 17. Mai 2018. https://doi.org/10.1007/s00417-018-4011-z

Gute Nachricht: Erblindungen – auch durch Glaukom – rückläufig

Die Bemühungen der Augenärzte um Früherkennung sowie die Information der Bevölkerung über deren Nutzen und die in den letzten Jahren stetig verbesserten diagnostischen und therapeutischen Optionen der Augenheilkunde, u.a. bei Glaukom, zeigen Wirkung: eine jetzt in der Zeitschrift British Journal of Ophthalmology veröffentlichte Meta-Analyse von 46 epidemiologischen Arbeiten zur Prävalenz von Blindheit in den wohlhabenderen Ländern Europas, Ostasiens und Nordamerikas belegt nicht nur, dass der Anteil der Blinden an der Bevölkerung dieser Länder von 0,26% im Jahr 1990 auf 0,15% im Jahr 2015 zurück gegangen ist (in weniger entwickelten Ländern sieht es leider nicht so erfreulich aus). Es wird aus dem statistischen Material auch deutlich, dass nicht nur die Gesamtzahl der Glaukomblinden geringer wird, sondern auch der Anteil des Glaukoms an den Erblindungsursachen abnimmt, wenn auch langsam wie in Westeuropa, wo er von 13,75% auf 13,50% sank. Die häufigste Erblindungsursache weltweit bleibt die Katarakt (der “Graue Star”), die problemlos operiert werden kann – wenn eine gute augenärztliche Infrastruktur existiert.


Expertenvorträge zum Downloaden!

Auf der Patientenveranstaltung des Initiativkreises zur Glaukomfrüherkennung e.V. in Düsseldorf wurden Vorträge zu aktuellen Themen der Glaukombehandlung gehalten. Für all jene, die nicht dabei sein konnten – und für die Anwesenden natürlich auch 🙂 – sind hier die Präsentationen zum Herunterladen:

Prof. Dr. Lutz. E. Pillunat: Medikamente – Was gibt es? Was kommt in naher Zukunft?
[Vortrag_AAD_2018_Patienten]

Prof. Dr. Fritz Dannheim: Gesichtsfeld bei Glaukom – Was bedeutet es für das Autofahren?
[AAD_2018_Init_Pat]

Prof. Dr. Anselm Jünemann: Aktuelle Chirurgie des Glaukoms
[Jünemann Patientenveranstaltung Glaukom AAD 2018]

Dr. Dr. Ronald D. Gerste: Vitamine, Kräuter, Kaffee, Yoga – was hilft, was ist Humbug, was schadet ?
[Gerste Patientenveranstaltung Glaukom 2018]

Nicole Stege: Selbsthilfe – was bewirkt sie? 10 Jahre Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e.V.
[Präsentation AAD_2018_online]