Glaukom aktuell

Kinderglaukomzentrum Mainz eröffnet

Die Universitätsaugenklinik Mainz verfügt seit dem 9.Juni über ein spezielles Zentrum zur Behandlung von Kindern, die an Glaukom leiden – es ist die erste interdisziplinäre Einrichtung dieser Art in Deutschland. Angeborenes oder erworbenes Glaukom führt im Kindesalter unbehandelt fast immer zur Erblindung – dieses zu verhindern stehen indes glücklicherweise moderne Untersuchungs- und Behandlungmethoden, die letzteren meist chirurgisch, zur Verfügung, die der Direktor der Mainzer Universitätsaugenklinik, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, anläßlich der Eröffnung erklärte.


CE-Zulassung für intraokularen Sensor zur Augendruckmessung

Bei den meisten Glaukompatienten besteht die Überwachung des Intraokulardrucks (IOD) darin, dass einmal alle drei oder vier Monate eine Druckmessung beim Augenarzt erfolgt. Dieses ist indes nur eine Momentaufnahme: Schwankungen des IOD oder Druckspitzen – vor allem nachts oder zu anderen Zeiten außerhalb der Sprechstunde – entgegen oft der Diagnostik. Deshalb suchen Augenärzte schon seit längerem nach Möglichkeiten, einen kontinuierlichen Datenfluss mit IOD-Messungen zu erhalten.

Eine Lösung durfte der Eyemate aufzeigen, der jetzt die CE-Kennzeichnung erhalten hat, wie sie für Medizinprodukte in der Europäischen Union Pflicht ist. Der Eyemate ist ein Drucksensor, der ähnlich wie eine Intraokularlinse ins Auge implantiert werden kann. Seine Sensoren messen den im Auge herrschenden Druck, die Information wird auf ein Lesegerät übertragen, das die Größe eines Handy hat und vom Patienten zum Datentransfer vor das Auge gehalten werden kann. Die Druckwerte können sowohl dem Patienten eine Übersicht über seinen IOD im Tages- und Nachtverlauf geben als auch dem Augenarzt – in dessen Praxis die Messwerte übertragen werden – wichtige Informationen darüber verschaffen, ob die aktuelle Therapie des Glaukoms effektiv und ausreichend ist – oder ob es “Ausreißer”, zu hohe oder zu stark schwankende Druckwerte gibt.

Im Gegensatz zu anderen Methoden der IOD-Selbstmessung kann der Patient den Sensor nach Implantation praktisch vergessen – anders als bei anderen Verfahren der Selbsttonometrie ist keine (nicht ganz ungefährliche) Berührung der Hornhaut vonnöten.

Bei 12 Uhr ist ein Teil des Sensors in der Iridektomie (kleine Eröffnung der Iris) zu erkennen.
Bei 12 Uhr ist ein Teil des Sensors in der Iridektomie
(kleine Eröffnung der Iris) zu erkennen.