Glaukom aktuell

Patientenveranstaltung in Düsseldorf


American Academy of Ophthalmology gegen Cannabis in der Glaukomtherapie

Auf der weltgrößten augenärztlichen Tagung, dem Kongress der American Academy of Ophthalmology (AAO) in New Orleans, bezog diese Vereinigung der amerikanischen Augenärzte klar Stellung gegen den Gebrauch von Marijuana und seinen Produkten als vermeintliches Mittel zur Senkung des Augeninnendrucks bei Glaukom. Das Rauchen von Zigaretten mit 2%igem Marijuanagehalt hat bei knapp zwei Drittel der “Pot” rauchenden Glaukompatienten Literaturangaben zufolge zu einer Augendruckreduktion um 25% bis 30% geführt. Die Wirkung hielt drei bis vier Stunden an. Die okulären Nebenwirkungen allerdings sind signifikant: konjunktivale Hyperämien (starke Rötung der Augen) sind sehr häufig; ferner wurden Nystagmus, Doppelbildwahrnehmung, verringerte Tränenproduktion, Photophobie und Lidkrämpfe beschrieben. Außerdem sind die nicht-okulären Nebenwirkungen bedenklich: kurzfristig muss mit orthostatischen Problemen (Schwindel, Gangunsicherheit) und euphorischen Zuständen (was ja an sich nicht unbedingt schlecht ist) gerechnet werden; langfristig kann es zu emhysemähnlichen Lungenveränderungen und zu Einschränkungen der Immunfunktion und der kognitiven Fähigkeiten kommen. Ausserdem ist Teratogenität – das Auslösen von Krebserkrankungen – beschrieben worden, wie es auf der Tagung hieß. Die AAO lehnt daher Marijuana oder andere Cannabisprodukte zur Therapie des Glaukoms ab.